soziologie heute

Fachmagazin für Soziologie

Hermann T. Krobath

Hermann T. Krobath (Hrsg.)

WERTE IN DER BEGEGNUNG

Wertgrundlagen und Wertperspektiven ausgewählter Lebensbereiche

Verlag Königshausen & Neumann

Würzburg 2011

ISBN 10: 3826045793

ISBN 13: 9783826045790

 

In Analogie zu Paul Watzlawick (Man kann nicht nicht kommunizieren!) können wir mit dem Herausgeber des gegenständlichen Buches, Hermann T. Krobath, sagen, dass Werten, etwas als für ein lebenswertes Leben als wichtig anzusehen (und sich davon vielleicht auch ergreifen zu lassen) „unter die Universalien der „conditio humana“ einzureihen“ ist (S.11). In vielen lebensweltlichen Bereichen sieht bzw. sehen sich „gegenwärtig der einzelne Mensch und ganze Gesellschaften vor ganz neue Herausforderungen gestellt und werden Verknüpfungen und Interdependenzen sichtbar, die unter Bedingungen eines nicht mehr revidierbaren (Werte-)Pluralismus“ (S. 12) stehen.

Innerhalb kurzer Zeit hat Hermann T. Krobath zwei grundlegende Wertebücher  vorgelegt, und wenn man auch zweifeln kann, ob das zweite Buch der Ankündigung im ersten Buch gerecht wird, „der angewandten Axiologie gewidmet zu sein“, d.h. die Thematik zu behandeln, „wie Auffassungen und Ergebnisse der normativen Axiologie in den verschiedenen Lebensbereichen – Politik, Wirtschaft, Kunst, Religion und der alltäglichen Lebenswelt – zum Tragen kommen“, so kann man jedenfalls sagen, dass dem Herausgeber ein großer Wurf gelungen ist, der Auseinandersetzung verdient.

Der Herausgeber hat dieses umfangreiche Buch (633 Seiten), den großen Persönlichkeiten und bedeutenden Wissenschaftlern Hans Albert und Peter Atteslander zu ihren runden Geburtstagen (90 J. bzw. 85 J.) und als Dank für die lange Verbundenheit und Freundschaft, die sich oft in Alpbach gezeigt hat, gewidmet.

Der Herausgeber hat namhafte Persönlichkeiten (wie viele angefragt wurden, erfährt man nicht) darum gebeten, das Thema „Wertgrundlagen und Wertperspektiven verschiedener Lebensbereiche“ zu behandeln. Dabei ging es vor allem darum darzulegen, welche Werte die „Wertbasis“ (Hans Albert) bilden und „welche Wertansprüche einzelne… „Wert-Begegnungsbereiche“ prägen und gestalten, und welche zukunftsweisende Fragen dabei auftauchen.“ (S. 13)

14 Bereiche, wurden von 31 Autoren – fast ausschließlich in Originalbeiträgen – behandelt, wobei Werte fast immer in ihrer verbindenden Kraft dargestellt und weniger als „gesellschaftszerstörererischer Sprengstoff“ wie bei Theodor Geiger, Max Weber oder Samuel Huntington gesehen wurden. Die behandelten Lebensbereiche beginnen mit „Bildung und Erziehung, einem Bereich, den der Herausgeber als grundlegend für die Wert-Bildung bei den Menschen ansieht und setzt sich mit Öffentlichkeit und Medien, Politik, Recht und Militär fort. Anschließend werden die Bereiche Gesellschaft – hier vor allem unter dem Normenaspekt – Wirtschaft und Wissenschaft und Technik behandelt. Warum der Bereich der Wissenschaft mit der Technik verknüpft wird, wird nicht näher erläutert, geschweige denn begründet, scheint aber für die Wissenschaftsauffassung des Herausgebers und vielleicht einiger Autoren nicht untypisch zu sein. Zuletzt werden Gesundheit und Medizin, Sport, Umwelt, Kunst, Religion und Interkulturalität behandelt.

Wir werden es lernen müssen in Werte-Balancen das Gleichgewicht zu finden und mit ambivalent wirkenden Werten konstruktiv umzugehen. Dabei können uns viele Beiträge diese Buches helfen, nicht zuletzt der Beitrag von Hermann Krobath selbst über „Werte in den Weltreligionen“.

 

Buchbesprechung von Klaus Zapotoczky

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